BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Uslar haben auf ihrer Ortmitgliederversammlung am Montagabend im Kleinen Café in Uslar das Wahlprogramm zur Wahl des Rates der Stadt Uslar am 13. September 2026 einstimmig beschlossen. Das Programm trägt den Titel »Mach’s grün« und bildet die politische Grundlage der GRÜNEN für die Wahlperiode 2026 bis 2031.
Die GRÜNEN treten mit sieben Kandidat:innen so stark wie nie zur Kommunalwahl in Uslar an. Ziel ist es, eine eigene Fraktion zu bilden, in den Ausschüssen Verantwortung zu übernehmen und kommunale Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und nah an den Anliegen der Bürger:innen zu gestalten.
Inhaltlich setzt das Wahlprogramm klare Prioritäten. Im Mittelpunkt stehen konsequenter Klima- und Artenschutz, eine sozial gerechte Energiewende, eine lebendige Innenstadt, sichere Mobilität für alle, eine moderne und digitale Verwaltung, starke Beteiligung, Ehrenamt und Zusammenhalt sowie eine verlässliche Gesundheits- und Pflegeversorgung vor Ort.
Beim Klima- und Artenschutz wollen die GRÜNEN das bestehende kommunale Klimaschutzkonzept konsequent umsetzen. Klimaschutz soll bei politischen Entscheidungen verbindlich berücksichtigt werden. Dazu gehören klimaneutrale kommunale Gebäude, mehr Photovoltaik, energetische Sanierungen, Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung, mehr Grünflächen und Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen. Uslar soll sich stärker am Leitbild einer Schwammstadt orientieren, die Regenwasser speichert und nutzt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Energiewende vor Ort. Die GRÜNEN wollen erneuerbare Energien in Uslar aktiv gestalten, insbesondere durch Windkraft, Photovoltaik, Speicherlösungen und eine kommunale Wärmeplanung. Wichtig sind dabei echte Bürgerbeteiligung, regionale Wertschöpfung und konkrete Vorteile für die Menschen in den Ortsteilen.
Für die Innenstadt und die lokale Wirtschaft setzen die GRÜNEN auf ein neues Konzept für die Lange Straße. Die Innenstadt soll stärker als Ort zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Begegnen entwickelt werden. Leerstände sollen aktiv angegangen und durch Zwischennutzungen, Kultur, Vereine, Pop-up-Angebote und neue Wohnformen wiederbelebt werden. Gleichzeitig sollen Glasfaser, Netzausbau, Co-Working-Angebote und eine bessere Vernetzung örtlicher Unternehmen den Wirtschaftsstandort Uslar stärken.
Im Bereich Mobilität setzt das Programm auf sichere und kurze Wege für alle Menschen. Priorisiert werden der Ausbau sicherer Radwege, bessere Querungen für Fußgänger:innen, barrierearme Gehwege, bessere Bus- und Bahnverbindungen sowie eine gute Verknüpfung von ÖPNV und Fahrrad. Konkret genannt werden unter anderem Radwege entlang der B241 zwischen Lavesstraße und Ortsausgang Richtung Bollensen sowie am Postberg. Außerdem sollen Tempo-30-Bereiche insbesondere auf Schulwegen und an gefährlichen Stellen stärker genutzt werden.
Die GRÜNEN wollen außerdem Verwaltung und Kommunalpolitik bürgerfreundlicher machen. Verwaltungsleistungen sollen einfacher, digitaler und verständlicher werden. Sitzungen, Beschlüsse und politische Entscheidungsprozesse sollen besser nachvollziehbar sein. Dazu gehören verständlich aufbereitete Informationen, digitale Beteiligungsmöglichkeiten, mehr Dialog in den Ortsteilen und frühzeitige Bürgerbeteiligung bei größeren Vorhaben.
Auch Ehrenamt, Feuerwehr und sozialer Zusammenhalt spielen im Programm eine zentrale Rolle. Einsatzkräfte, Vereine, Hilfsorganisationen und Initiativen in Uslar und den Ortsteilen sollen mehr Anerkennung und verlässliche Unterstützung erhalten. Dazu zählen planbare Mittel für moderne Ausstattung und Ausbildung der Feuerwehren, eine stärkere Bewerbung der niedersächsischen Ehrenamtskarte sowie bessere Rahmenbedingungen für Kinder- und Jugendfeuerwehren.
Weitere Schwerpunkte sind eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik ohne Kaputtsparen, gute Bedingungen für Kinder und Jugendliche, wohnortnahe Bildung, Barrierefreiheit, bezahlbarer barrierefreier Wohnraum, Katastrophenschutz und kommunale Resilienz sowie eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit.
Das Wahlprogramm wurde in einem offenen Prozess mit Beteiligung zahlreicher Mitglieder erarbeitet und auf der Ortmitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Es dient den künftigen Mandatierten der GRÜNEN als verbindliche Arbeits- und Orientierungsgrundlage für die kommende Wahlperiode.